es kommt eins zum anderen
ich schreibe, weil es mir heute sehr schlecht geht... es reicht nicht mehr, lachend und gelassen über alles hinweg zu gehen in der Hoffnung, dass sich alles von allein löst...
ich versuche strukturiert zu schreiben...
ich bin 40 Jahre alt, mein Vater sagte mir, dass ich eine Versagerin sei und es zu nichts im Leben bringen werde
ich lernte meinen Mann vor 14 jahren kennen, seine Muttter bat mich, zu gehen,ich sei nicht gut für ihn. Wir trennten uns vor 3 Jahren, ein jahr später Paartherapie, im Jan. 2006 zog er wieder aus, seit Mai arbeiten wir wieder an unserer Beziehung. Wir wollen nicht getrennt sein aber miteinander ist es auch schwer. Wir haben 3 Kinder. Es gibt Themen, über die können wir nicht reden, z.Bsp. Geld. Das bringt uns immer wieder in Schwierigkeiten
Mein Berufsweg war nicht konstant, ich wurde einige Male entlassen. ich habe 10 Jahre Kinder erzogen, wollte dann wieder arbeiten. Ich beschloss, eine neue Ausbildung zu machen. Hierfür fuhr ich über 2 Jahre lang täglich 300 km. Die Kinder wurden von Au-Pairs betreut. Ich bin im letzten November durch meine Prüfung gefallen.. zum ersten Mal im Leben eine Prüfung nicht bestanden. Ich arbeite trotzdem. Ich habe große Lücken in dem was ich tue, in meinem Kopf ist etwas, was sich wie ein Knoten anfühlt, er will nicht zerspringen. Ich mache meinen Beruf mit großer Hingabe, ich will nichts anderes tun aber ich kann einfach nicht so gut werden wie ich sein sollte oder wie ich gern wäre. Im Oktober soll ich wieder in die Prüfung. Ich weiß nicht wie ich es schaffen soll.... Panik
ein weiteres Problem: Zeitmanagement. Ich habe nie Zeit, stehe immer unter Druck und kann doch meine Arbeiten nicht erledigen. Papierberge türmen sich, die längst fälligen Steuererklärungen liegen hier, ich muss mich zwingen, die Post zu öffnen um die Realitäten zur Kenntnis zu nehmen.
Ich habe keine Zeit, meinem Au-Pair einen würdigen Abschied zu bescheren, ich habe keine Zeit, mit meinem Mann seinen Geburtstag zu feiern, ich habe keine Zeit für nix, ich fühl mich einfach nur unfähig.... traurig über mich selbst. Vielleicht hatten mein Vater und meine Schwiegermutter Recht. Ich weiß es nicht
ich habe ein Buch über EFT gelesen, von einer Frau, den Namen habe ich schon wieder vergessen, ich vergesse vieles, dieser Knoten im Kopf macht mich verrückt... Ich habe geklopft: Ich akzeptiere mich voll und ganz auch wenn ich kein Talent für meinen Beruf habe. Ich musste weinen, weil ich mich frage, ob ich die ganze Zeit nur einer Wunschvorstellung von mir nachjage, ein Ziel was ich niemals erreichen kann.... Es hat mir keine Befreiung gebracht und der Knoten geht auch nicht aus meinem Kopf. ich will doch diese Prüfung schaffenk ohne sie darf ich ab Jan.2007 nicht mehr arbeiten, aber ich will doch arbeiten... und ich möchte endlich mal die Zeit in den Griff bekommen. Wie soll ich mich auf diese Prüfung vorbereiten, wenn ich keine Zeit habe?
Es ist soviel, es erdrückt mich... Weiß jemand Rat?
Danke im Voraus
Monica
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Puh, was für 'kleinere Aufgaben' haben Sie sich da aufgehalst?
Hallo Monica,
das klingt trotz der Struktur nach einen ziemlichen Verhau. Einem Gewirr von Verpflichtungen und Überzeugungen, mit dem Sie sich bis jetzt von einigem abgehalten haben.
Da ich immer mit Klienten zusammen Lösungen erarbeite und dies hier über das Board nicht möglich ist, erlauben Sie mir bitte, Fragen zu stellen.
Eine Menge Fragen, die Sie anregen wollen, aus anderen Perspektiven Ihre momentane Lebenssituation zu betrachten.
Eine Menge Fragen, die nach Ihren Motiven fragen. Nach dem, was Sie für sich selbst und Ihre Familie, Kinder, Partnerschaft erreichen möchten.
Sicher haben Sie sich schon im Internet nach Zeitmanagementlösungen umgeschaut und ähnliches (z.B. EFT).
Leider gibt es keine Pille oder Pauschallösung, die Ihnen genau das gibt, was Sie jetzt in diesem Moment möchten...
Und doch gibt es Wege. Diese zu finden ist ein Prozeß, der auf Ihren eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Ressourcen (Kraftquellen, Fähigkeiten, Beziehungen, Unterstützungen, Überzeugungen, ...) beruht.
Die Fragen sind keine Form der Kritik. Sie stellen Denkanregungen dar.
Wenn ich Sie richtig verstehe, dann haben Sie 2 Jahre lang eine Ausbildung gemacht. Und dies auch noch 200 km entfernt.
Welche Gründe hat Sie bewogen, diese Ausbildung zu beginnen?
Woher haben Sie denn dafür die Zeit gehabt?
Von woher haben Sie diese Zeit genommen?
Wie haben Sie entschieden, dass diese Ausbildung es Ihnen wert ist?
Und wo ist diese Zeit nun hin?
Und was ist Ihnen denn momentan viel wert, Zeit zu investieren?
Wenn es so weiterläuft wie bisher, wie wird es dann weitergehen im nächsten Monat, im nächsten Jahr?
Wollen Sie das? (Ich nehme mal an, das Sie das NICHT wollen).
Wie wichtig ist Ihnen das?
Ist es Ihnen wichtig genug, um Ihre Prioritäten zu ändern und sich und andere zu bewegen?
Stellen Sie sich vor, Sie haben irgendwie die Prüfung geschafft. Und direkt nach der Prüfung schauen Sie auf Ihren Weg zurück, den Sie seit dem Lesen dieser Email zurückgelegt haben.
Was haben Sie damals im August als ersten Schritt getan?
Was als nächstes?
Wie haben Sie das geschafft?
Welche Kräfte, Fähigkeiten und Ressourcen haben Sie dazu aktivieren müssen?
Was hat Ihnen geholfen, Durststrecken und Rückschläge zu überwinden?
Was hat Ihnen am meisten geholfen, durchzuhalten?
Was haben Sie davon, wenn Sie jetzt Ihr Ziel erreicht haben?
Und was denken Sie nun über sich?
Wie sehen denn jetzt nach bestandener Prüfung Ihre Prioritäten aus?
Wofür haben Sie jetzt Zeit?
Und übrigens...
allein durch das Vorstellung der bestandenen Prüfung, bestehen Sie diese natürlich nicht. Dazu müssen Sie selbstverständlich lernen. Was wollen Sie in der letzten Woche vor der Prüfung leren?
Und in der Woche davor?
Und in der Woche davor?
...
Und jetzt?
Noch ein Gedanke:
wenn Sie zum EFT-Klopfen diesen Satz aus einem Buch haben, dann seien Sie froh, dass Sie den Namen der Autorin vergessen haben. Dieser Satz ist nämlich falsch aufgebaut. Deshalb wirkt er auch nicht oder sogar eher kontraproduktiv. Und deshalb sollte man sich dafür auch an einen professionellen Coach wenden, der sich damit auskennt. Sonst läuft das Ergebnis in die falsche Richtung.
So. Dies waren eher allgemeine Bemerkungen und Vorgehensweisen. Falls dies nicht reicht, wäre für alles weitergehende eine professionelle Begleitung nötig.
Viel Erfolg und viele Grüße
Uli Herold
Fragen über Fragen
und vielleicht kann es helfen, das chaos in meinem Kopf zu ordnen, wenn ich diese mal bewußt beantworte. Aber zuerst mal danke, dass Sie sich die Zeit genommen und so ausführlich auf meinen Hilfeschrei geantwortet haben.
Welche Gründe hat Sie bewogen, diese Ausbildung zu beginnen?
2 Gründe: der erste: Selbstverwirklichung
Der zweite Grund: meine Ehe wackelte bedenklich. Ich hatte Angst vor dem sozialen Abstieg. Es gibt Gesetze, die alleinerziehende schützen sollen aber allein die Festsetzung und Durchsetzung dieser Gesetze kostet soviel Zeit... Ich wollte finanziell frei und unabhängig werden. Für den Fall, dass meine Ehe doch hält, wollte ich gleichberechtigt und gleichverantwortlich für die finanziellen Belastungen sein. Ich dachte, wenn ich mitverdiene, muss mein Partner die Last nicht allein tragen, vielleicht kann er so mehr Zeit in unsere Beziehung investieren.
Woher haben Sie denn dafür die Zeit gehabt? Ich habe sie mir einfach genommen. Ich war der Meinung, dass ich 10 Jahre lang rund um die Uhr für meine Familie da war und wollte jetzt auch wieder Zeit haben für das, was mir persönlich wichtig ist.
Von woher haben Sie diese Zeit genommen? Ich habe meine Aufgaben abgegeben an Au-Pairs. Jedenfalls die wichtigsten, u.a. die Kinderbetreuung. Es blieb immer noch viel für mich übrig wenn ich abends heim kam, vor 23 Uhr hatte ich selten mal Feierabend. Aber ich war motiviert, irgendwie lief es.
Wie haben Sie entschieden, dass diese Ausbildung es Ihnen wert ist? Anhand der Zukunftsperspektive. ich bin in einen Beruf gegangen, für den es einen echten Bedarf und einen Markt gab und immer noch gibt.
Und was ist Ihnen denn momentan viel wert, Zeit zu investieren? Ich würde gern mehr Zeit ins Lernen investieren. Die Ausbildung ist zuende, ich arbeite freiberuflich, wann immer ich einen Auftrag bekomme. In den auftragsfreien Zeiten bin ich zuhause und dann fressen mich die kleinen Alltäglichkeiten auf, die ich früher wunderbar abgeben konnte. Ich habe das Gefühl, dass ich mich vor lauter Kleinkram nicht auf das Wesentliche konzentrieren kann
Wenn es so weiterläuft wie bisher, wie wird es dann weitergehen im nächsten Monat, im nächsten Jahr? Ich werde die Prüfung nicht bestehen, ich darf ab 1.1.07 nicht mehr arbeiten, da ich bis 31.12. geprüft sein muss.
Wollen Sie das? (Ich nehme mal an, das Sie das NICHT wollen). Stimmt, so will ich das nicht, ich habe die vision, dass ich in meinem Beruf erfolgreich arbeiten werde.
Wie wichtig ist Ihnen das? Superwichtig!!! darum bin ich ja so verzweifelt und suche nach Möglichkeiten, dieses Wirrwarr aufzulösen
Ist es Ihnen wichtig genug, um Ihre Prioritäten zu ändern und sich und andere zu bewegen? Ja, ganz klar ja
Wie könnte eine professionelle Begleitung in meinem Fall aussehen?
Herzliche Gruesse
Monica
Wie könnte es weiter gehen?
Hallo Monica,
Danke für die Antworten auf meine Fragen.
Interessant, dass Sie bei den Fragen, die sich mit der Lösung des Lernthemas beschäftigen, keine Antwort mehr erwähnt haben.
Nun zu Ihrer Frage, wie eine professionelle Begleitung aussehen könnte:
Wenn Sie in einer gewissen Zeit etwas erreichen möchten und dies nicht können - aus welchen Gründen auch immer - dann gibt es mehrere Vorgehensweisen.
Eine Vorgehensweise könnte so aussehen:
Wir erarbeiten Ihr Ziel. Das, was Sie durch das Coaching erreichen möchten.
Wir finden gemeinsam die Blockaden, die Sie daran hindern, dieses Ziel zu erreichen und bearbeiten diese so, dass sie kein Hindernis mehr darstellen (vielleicht haben diese Blockaden ja auch einen Sinn, denn jedes Verhalten hat oder hatte in irgendeinem Lebenskontext einen Sinn. Dieser kann manchmal sehr versteckt sein oder sogar abstrus erscheinen ...).
Wir finden gemeinsam heraus, welche Ressourcen, Kräfte, Fähigkeiten Sie benötigen, um Ihr Ziel zu erreichen.
Sie aktivieren (mit Hilfe) diese Ressourcen und führen die ersten Schritte zum Ziel hin aus.
Durch regelmäßige Rückmeldungen (alle 2-3 Tage in den ersten beiden Wochen) finden wir weitere Ressourcen oder Blockaden und machen die "Feinabstimmung". Des weiteren prüfen wir, ob Sie noch auf einem Weg sind, auf dem Sie sich Ihrem Ziel nähern.
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Eine Ihrer großen Ressourcen ist die Erfahrung, das Sie Ihre Ausbildung über lange Zeit und große Strecken durchgehalten haben. Viele Leute hätten die Flinte ins Korn geworfen und aufgegeben. Sie nicht.
Ihnen dient diese Ausbildung, die mit einer Prüfung abschliesst, zu Ihrer eigenen Selbstverwirklichung.
Etwas, was Sie ganz für sich selbst tun.
Damit Sie Ihr Leben mit neuem Sinn erfüllen und "sinnvoll" und "sinnen-voll" leben können.
Diese Möglichkeit ist etwas ganz kostbares. Und nicht jeder bekommt dazu die Gelegenheit oder die Möglihckeiten...
Viele Grüße aus Kirchheim bei München sendet Ihnen
Uli
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