Panikattacken
Hallo,
vor einigen Jahren hatte ich schon einmal Paniattacken, die sich iregendwann von selbst wieder gelegt haben. Damals hatte ich eine Gesprächs- und Verhaltenstherapie gemacht, die mir aber nicht wirklich geholfen hat.
Einige Zeit darauf wurde ich sehr Depressiv und nahm Fluoxetin, was mir wunderbar geholfen hat. Seit ein paar Monaten nehme ich es nicht mehr, ich habe es langsam auslaufend genommen (bin Pharmaberater und kenne das Medikament).
Nun habe ich seit 22.12.07 wieder heftige Panikattacken. Den ganzen Tag habe ich Angst vor der Angst und wenn es dunkel wird bekomme ich wieder diese überflüssigen Anfälle, mit Herzrasen, Atemnot, - das volle Programm, ohne zu wissen warum.
Ich möchte nicht wieder ein Medikament nehmen, da ich davon zunehme.
Meine "Probleme" sind:
1. Ich fühle mich häßlich, weil ich 10 kg zugenommen habe (etwa 6 kg von den Tabletten, der Rest kam nach dem Rauchen-aufhören im April).
2. Ich will einen Partner, einen Menschen der "mich lieb hat" und liebt und atraktiv findet und begehrenswert .... einen Partner auf den ich mich verlassen kann. Und das will ich seit meiner Kindheit (ich bin 41Jahre alt). Will nicht mehr alleine sein!
3. Eine andere Arbeitsstelle, wo man mich nicht mobbt und ich nicht befristet beschäftigt bin.
4. Lebe seit kurzem wieder in einer Kleinstadt (vorher Nürnberg, München, Luzern) - ich habe das Gefühl, dass das Leben an mir vorbeirauscht und mich vergißt.
5. Ich kann den Tod meines Vaters (Februar 07) nicht verkraften, obwohl wir nie ein wir´klich gutes Verhältnis hatten - im Gegensatz zu meiner Schwester
Kann mir irgendwer sagen was ich tun kann? Ich bin ziemlich am Ende!
Gibt es Tabletten von denen ich nicht dicker werde und die sexuelle Lust nicht abnimmt?
Angela
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Was kann ich tun?
Hallo Angela,
das hört sich ja nach einer Menge "tun" an!
Und diese Menge wäre auch für mich viel zu viel auf einmal.
Wo würden Sie denn anfangen wollen?
Sicher hängt da einiges "irgendwie" zusammen.
Und die gute Nachricht ist: wenn Sie irgendwo anfangen und mit dem "aufräumen" beginnen, dann wird der ganze Berg nach und nach immer kleiner.
Manchmal ist es gut, sich Unterstützung zu besorgen. Dies kann in der Familie, im Freundeskreis, in einer Selbsthilfegruppe oder auch ein Arzt/Therapeut/Coach sein.
Und das, was Sie schreiben, fühlt sich so an, als ob Sie gute Unterstützung brauchen könnten.
Sicher haben Sie sich schon eine Menge überlegt, was Sie tun können. Ob Sie doch wieder zu einen Therapeuten gehen, auch wenn es vielleicht nicht so direkt und sofort geholfen hat. Vielleicht gab es auch keinen Zusammenhang damit, dass die Panikattacken verschwunden sind.
Vielleicht überlegen Sie auch, wie Sie es damals geschafft haben, aus dem Tief wieder heraus zu kommen. Das hat bestimmt eine ganze Zeit gedauert, die Sie durchgehalten haben und war auch sicher nicht leicht.
Und vielleicht ist von diesen "mentalen Durchhaltemuskeln" ja noch einiges da!
Und die Überlegung, ob das Absetzen des Medikaments etwas mit der jetzigen Situation, den wieder auftretenden Panikattcken zu tun hat, haben Sie sicherlich auch schon angestellt. Auch wenn es ein Antidepressivum ist. Auf der anderen Seite werden Antidpressiva auch bei Panikattacken verschrieben ...
Da kann man schon mal ins Grübeln kommen. Und eine Antwort ist auch nicht offensichtlich.
Auf Ihre Frage nach den Tabletten kann ich Ihnen leider keine Antwort geben. Ist vielleicht auch individell verschieden, wenn Sie schon als Fachfrau dies nicht wissen.
Auf die Frage, was Sie tun können, würde ich Ihnen die Antwort geben: suchen Sie sich eine gute Unterstützung. Einiges habe ich ja schon aufgezählt. Vielleicht gibt es ja auch "online" Möglichkeiten. Oder in einer nahe gelegenen größeren Stadt.
Wenn Sie in Ihrem Umfeld nur wenig Unterstützung finden, dann suchen Sie professionelle Hilfe.
Dies haben Sie ja schon mal gemacht. (Wahrscheinlich über Ihren Hausarzt einen Therapeuten gefunden).
Nur heute haben Sie natürlich einen großen Vorteil im Gegensatz zu damals: Sie sind nun einige Jahre älter und Sie wissen, was Ihnen (in der Therapie) gut tut und Sie können besser als damals beurteilen, wer Ihnen helfen kann.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich auf dem laufenden halten würden.
Sie können mich auch gerne direkt anschreiben und Fragen stellen oder hier im Forum etwas schreiben.
Viel Kraft für die nächste Zeit wünsche ich Ihnen.
Ich bin mir sicher, dass alle, die dies lesen, Ihnen gedanklich Energie und Kraft schicken.
Viele Grüße
Uli
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